Kaliber, Gangreserve, 20 bar: Die Uhrenwelt liebt ihren Jargon. Dieses Uhrenwissen übersetzt die wichtigsten Fachbegriffe in einfache Worte, damit du Datenblätter lesen kannst wie ein Profi. Jeder Begriff steht für ein Kriterium, das du in unserem Katalog und im Uhren-Vergleich direkt wiederfindest.
Eine mechanische Uhr, die sich beim Tragen selbst aufzieht: Ein Rotor schwingt mit jeder Handbewegung und spannt die Antriebsfeder. Keine Batterie, dafür regelmäßige Bewegung oder Aufzug nötig. Den ausführlichen Vergleich mit Quarz findest du im Ratgeber Automatik vs. Quarz.
Batteriebetriebener Antrieb, bei dem ein elektrisch schwingender Quarzkristall den Takt vorgibt. Quarzuhren sind deutlich genauer als mechanische Uhren, meist flacher und wartungsarm. Der Batteriewechsel steht je nach Modell alle zwei bis fünf Jahre an.
Die ursprüngliche Form der mechanischen Uhr: Die Feder wird täglich von Hand über die Krone gespannt. Handaufzugswerke bauen oft flacher als Automatikwerke, weil der Rotor entfällt. Viele Träger schätzen das tägliche Aufziehen als Ritual.
Quarzuhr mit Solarzelle im Zifferblatt, die Licht in Energie umwandelt und in einem Akku speichert. Voll geladen laufen solche Uhren viele Monate auch im Dunkeln. Citizen nennt die Technik Eco-Drive, Casio Tough Solar; ein Batteriewechsel entfällt praktisch komplett.
Die genaue Typbezeichnung eines Uhrwerks, etwa Seiko 4R36 oder Sellita SW200-1. Das Kaliber verrät Herkunft, Funktionen und oft die Qualitätsstufe eines Werks. In unserem Katalog steht es bei jeder Uhr im Technik-Dossier.
Die Zeit, die eine mechanische Uhr nach dem letzten Aufzug weiterläuft, ohne getragen zu werden. Klassisch sind 38 bis 42 Stunden, moderne Werke wie das Powermatic 80 schaffen 80 Stunden. Für Uhrenwechsler ist eine hohe Gangreserve ein echter Komfortgewinn.
Ein geschütztes Prädikat für Werke, die die Schweizer Prüfstelle COSC auf Ganggenauigkeit getestet hat: höchstens minus 4 bis plus 6 Sekunden Abweichung pro Tag. Nicht zu verwechseln mit dem Chronographen, der eine Stoppfunktion bezeichnet. Tudor und Omega lassen viele Werke zertifizieren.
Eine Uhr mit integrierter Stoppfunktion, ablesbar über zusätzliche Hilfszifferblätter, die Totalisatoren. Gestartet und gestoppt wird über Drücker neben der Krone. Der berühmteste Vertreter ist die Omega Speedmaster Moonwatch, die Uhr der Mondlandungen.
Ein vierter Zeiger zeigt eine zweite Zeitzone auf einer 24-Stunden-Skala an, oft kombiniert mit einer zweifarbigen Lünette für Tag und Nacht. Praktisch für Vielreisende und alle, die mit anderen Zeitzonen arbeiten. Der Name stammt von der Greenwich Mean Time.
Der Ring um das Uhrglas. Bei Taucheruhren ist er einseitig drehbar und misst die Tauchzeit, bei Chronographen trägt er oft eine Tachymeter-Skala. Materialien reichen von Aluminium über Stahl bis zu kratzfester Keramik.
Die Angabe in Metern oder bar ist ein Labor-Prüfdruck, keine Tauchtiefe: 3 bar (30 m) heißt nur spritzwassergeschützt, 5 bar verträgt Händewaschen und Regen, ab 10 bar (100 m) ist Schwimmen möglich, ab 20 bar (200 m) mit verschraubter Krone auch Tauchen. Mehr dazu im Ratgeber zu den besten Taucheruhren.
Die drei üblichen Uhrgläser im Härte-Vergleich: Saphirglas ist extrem kratzfest und Standard der gehobenen Klasse, Mineralglas ein solider Mittelweg, Acrylglas (auch Hesalit oder Plexi) weich, aber polierbar und bruchzäh. Seikos Hardlex ist ein gehärtetes Mineralglas.
Der Abstand zwischen den äußeren Enden der Bandanstöße, gemessen über das Gehäuse. Dieses Maß entscheidet stärker als der Durchmesser, ob eine Uhr auf dein Handgelenk passt. Wie du richtig misst, zeigt der Uhrengrößen-Guide.
Nachleuchtende Beschichtung auf Zeigern und Indizes, die die Uhr im Dunkeln ablesbar macht. Moderne Massen wie Super-LumiNova oder Seikos LumiBrite laden sich bei Licht auf und sind frei von Radioaktivität. Qualität und Dauer des Leuchtens unterscheiden sich deutlich zwischen den Klassen.
Ein Werk, das der Uhrenhersteller selbst entwickelt und fertigt, statt es von Spezialisten wie ETA oder Sellita zuzukaufen. Manufakturwerke gelten als Ausweis technischer Eigenständigkeit, Zukaufwerke sind dafür bewährt und günstig zu warten. Beides hat seine Berechtigung.
Die große Inspektion einer mechanischen Uhr: Das Werk wird zerlegt, gereinigt, neu geölt, reguliert und die Dichtungen werden ersetzt. Empfohlen wird sie etwa alle fünf bis zehn Jahre. Die Kosten hängen stark von Marke und Werk ab.
Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers ist der Listenpreis, an dem sich der Markt orientiert. Unsere Richtpreise leiten sich daraus ab und sind bewusst als Orientierung gekennzeichnet, denn Straßenpreise können deutlich abweichen. Den Tagespreis siehst du immer im verlinkten Shop.